„Krippche luure“ im „Hillije Kölle“

Ausflug des Heimat- und Eifelverein Bornheim e.V.

Wilfried Schwarz

Einer der ersten Ausflüge im neuen Jahr führte am 11. Januar 2020 zum „Krippche luure“ in die Domstadt, ins „Hillige Kölle“. Das Wochenende nach dem Fest der Heiligen Drei Könige bot sich geradezu an, einen Teil des 24. Kölner Krippenweges zu erkunden. In einem Begleitheft hierzu sind die jeweiligen Stationen zwar kurz beschrieben, aber es heißt nicht umsonst „man sieht nur was man weiß“, und so waren wir gut beraten, uns einer professionellen Führung anzuvertrauen. Da der Kölner Krippenweg vom Kulturbüro Rheinstil in Zusammenarbeit mit den Krippenfreunden Region Köln e.V. organisiert wird, war dies unser bevorzugter Ansprechpartner.

Mit einer Gruppe von knapp 20 Personen trafen wir am vereinbarten Treffpunkt im Kölner Hauptbahnhof auf unseren Führer, Herrn Voosen von Rheinstil. Die in der Einkaufspassage des Bahnhofs aufgebaute „Friedenskrippe“ versetzt das Geschehen von Bethlehem in die vom Krieg zerstörte Kölner Altstadt, die Heilige Familie hat in der Kirchenruine von Groß Sankt Martin eine Notunterkunft gefunden. Anstelle der klassischen Hirten oder Heiligen Drei Könige ist Kardinal Frings zusammen mit einigen Kommunionkindern auf dem Weg zur Krippe.

Weitere Stationen waren die benachbarte Kirche Sankt Mariä Himmelfahrt, die insbesondere für ihre mechanischen Kastenkrippen bekannt ist; unterwegs passierten wir ein peruanisches „Retablo“ im Apotheken-Schaufenster; und natürlich fehlte nicht der Dom mit seiner in den frühen 1990er Jahren entstandenen „Heiermann-Krippe“, über deren moderne Gestaltung allerdings die Meinungen auseinandergehen.

Dann ging es weiter zur Minoritenkirche, sie ist die Grabeskirche zweier Seliger: Des Priesters und „Gesellenvaters“ Adolph Kolping, der dort auch als Figur in der Krippenlandschaft zu sehen ist; und des Franziskaners Johannes Duns Scotus, eines mittelalterlichen Gelehrten. Bei der hier gezeigten Variante der Krippenszene „Anbetung der Könige“ hielt, was man nur äußerst selten zu sehen bekommt, einer der Könige das Jesuskind im Arm.

Das nächste Etappenziel war die Kirche Sankt Kolumba mit von der Kölner Künstlerin Lita Mertens Mitte der 1930er Jahre geschaffenen Gliederfiguren. Es handelt sich hierbei um eine typische Wandelkrippe, die während der Advents- und Weihnachtszeit den Besuchern in wechselnden Szenen einzelne Stellen der biblischen Heilsgeschichte präsentiert.

Wir beendeten den Rundgang mit je einer Krippe im NSDOK EL-DE-Haus, wo die einfarbigen, kleinen Terrakottafiguren von der aus Polen stammenden Bildhauerin Ewa Korpak-Olzewska gezeigt wurden; und der Wallfahrtskirche Sankt Maria in der Kupfergasse mit der „Schwarzen Madonna“, wo das weihnachtliche Geschehen in eine prachtvoll gestaltete Landschaft eingebettet ist.

Nach diesen schönen Eindrücken von der Vielfalt der Krippendarstellungen ließen wir mit einem Teil der Krippenweg-Besucher den Abend noch gemütlich ausklingen, bevor uns die Bahn zurück nach Bornheim brachte.

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